21/05/2008 01:00
Roland Barthes' letzte Sehnsucht
Es ist bekannt, dass Roland Barthes davon träumte, einen Roman zu schreiben. Es ist ebenso bekannt, dass daraus nichts wurde; die Sehnsucht aber, diesen Roman zu schreiben, hat wiederum ein Werk he... »







Diskussion
Grossartig.
Prosit!
Es ist hier erst 10. Allenfalls ab 11 könnte ich mir einen Ricard erlauben, launige Gesellschaft vorausgesetzt.
Mein Kommentar kam aus tiefem Herzen: Ich habe einst, in einem früheren Leben, Werbetexter gelernt. Seit meiner Kindheit aber bin ich selber vieltausendfach dem Trugbild der Lektüre verfallen.
"(...) denn das Trugbild ist das Fundament der Lektüre." ist so saugut, dass man den Satz nicht genug oft zitieren kann.
Was ist anders zwischen einem geschriebenen und einem gelesenen Dialog? Warum wird man so schnell missverstanden, wenn man schreibt? Die landesuebliche Erklaerung: Keine Stimme, keine Koerpersprache, kein Kontext.
Ich denke, die Absenz des Koerpers macht viel aus. Koerperlose Sprache schafft Trugbilder. Das muss man sich als Internetjunkie immer wieder vor Augen halten. Text loest Trugbilder aus. Man ist nur dann wirklich da, wenn man koerperlich anwesend ist. Man spricht nur dann wirklich mit Leuten, wenn man sich in Reichweite befindet. Das Internet ist so betrachtet eine gigantische Illusion mit unendlich vielen unsichtbaren seidenen Faeden zurueck zu den Koerpern, die die ganzen Illusionen geschrieben und/oder hochgeladen haben.
"(...) lorsque l'illusion est la base de la lecture"?
"(...) car l'illusion est le fondement de la lecture"?
"(...) donné que l'illusion est le principe de la lecture"?
"(...) puisque l'illusion définit la lecture"?
Gefunden!
"S’ajoute à cela la notion d’illusion qui est le fondement de la lecture comme jeu et qui est prise ici non pas au sens péjoratif du terme (tromperie, erreur), mais au sens étymologique (illusion vient du latin illusio, lui-même dérivant de ludere, jouer). "
Wir setzen uns jetzt mit einem Ricard an die Sonne. In Dijon scheint sie gerade, sagt mir mein Widget. Vor der Markthalle. Bar du Marché.
"Man ist nur dann wirklich da, wenn man koerperlich anwesend ist. Man spricht nur dann wirklich mit Leuten, wenn man sich in Reichweite befindet."
Gut dass Derrida das nicht mehr lesen kann, gell.
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